Wer in diesem oder dem letzten Semester einen Kurs an der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselkompetenzen belegen wollte, wurde häufig enttäuscht oder konnte nicht damit planen noch einen Platz zu erhalten. Naheliegend ist die Erklärung, dies läge an Corona. Tut es aber nicht. Stattdessen ist die Unterfinanzierung der Einrichtung für den starken Einbruch in der Vielfalt der Kurse und Anzahl der Plätze verantwortlich und die Entwicklung geht um einiges länger zurück.
Die ZESS stand schon länger auf einem maroden Fundament, was ihre Finanzierung angeht. Sie wird zu einem drittel aus den knappen Studienqualitätsmitteln, einem drittel durch die Fakultäten und einem drittel durch das Präsidium finanziert. Dieses hatte Anfang des Jahres im Zuge allgemeiner Einsparbemühungen zusätzliche Mittel gekürzt, was im bisher größten Einbruch des Angebotes resultierte. Auch die Situation der teilselbständigen Lehrbeauftragten, die einen Großteil der Kurse unterrichten ist immer prekärer geworden.
Für uns war schon damals klar: Schlüsselkompetenzen stellen für viele Studierende einen unverzichtbaren Blick über den Tellerrand dar und Sprachkurse kann eine Uni, die es mit der Internationalisierung ernst meint, nicht einsparen. Ganz abgesehen davon, dass beides in vielen Curricula fest vorgesehen ist und Studierende manche Kurse belegen müssen! Außerdem gehören zu guter Lehre immer auch faire Bedingungen für die Lehrenden.
Deshalb haben wir schon in unserem vergangenen Jahr im AStA ein Bündnis aus Hochschulgruppen, Fachschaften, Lehrbeauftragten, studentischen Senatorinnen und vielen mehr um uns versammelt und mit zwei offenen Briefen, einer Resolution im StuPa und weiteren Aktionen Aufmerksamkeit auf das Problem gelenkt und das Präsidium gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Stand jetzt gibt es zwei AGs, eine zur Struktur der Einrichtung und eine zur Finanzierung in denen schon einiges erreicht werden konnte, doch die Arbeit ist noch lange nicht vorbei.

Denn wie hoch letztlich der Betrag werden wird, der wieder in die ZESS fließt, steht noch nicht fest und wir werden uns nicht eher zufriedengeben, bis unsere Forderung nach der Rückkehr zum Kursangebot vor den ersten Kürzungen erfüllt wird und dabei auch die Beschäftigten nicht vergessen werden. Dies sehen wir als eine zentrale Aufgabe des nächsten Uni Präsidenten und der kommenden studentischen Vertreter*innen in AStA und Senat.
Auch deshalb bitten wir um euer Vertrauen und eure Stimme: 
Wählt Juso-HSG und Rot-Grüne Liste, um diese wichtige Arbeit fortzusetzen und die ZESS wieder zu einem Alleinstellungsmerkmal unserer Uni zu machen, das den Studierenden im Gegensatz zu Prestigeprojekten wie Exzellenzinitiative und Forum Wissen tatsächlich zugutekommt!


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